Migration in globaler Perspektive
Kurzbeschreibung
Migration verstehen wir in dreifacher Hinsicht in globaler Perspektive: Sie umspannt praktisch den Globus ebenso wie sie sich, und hier meint global umfassend, durch alle Aspekte unseres Zusammenlebens zieht. Zudem untersuchen wir den Zusammenhang von Migration und Globalisierung nicht in komparatistischer, sondern lateraler Hinsicht. Zusammen ergibt dies eine globale Perspektive auf unsere heutigen Gesellschaften als Migrationsgesellschaften, also als konstitutiv durch die Mobilität von Bevölkerungen geprägt. Methodisch arbeitet die Abteilung qualitativ und betreibt ethnographische und anthropologische Forschungen, in den Forschungsdesigns fundiert durch eine kritische und gesellschaftstheoretische Perspektivierung. Sie untersucht Kulturen, Politiken und Alltag in drei Feldern:
(1) Vom Rand ins Zentrum
Kaum ein Bereich unserer Lebens- und Arbeitswelten liegt heute außerhalb der Wirkungsweisen von Migration und Mobilität. Die beständige Refiguration der Gesellschaft durch menschliche Mobilität erfordert ein empirisches wie auch theoretisch-epistemisches Verständnis darüber, wie sich Migration und Praktiken der Mobilität konkret verändern. Diese Veränderung untersuchen wir in der Transformationen migrantischer Arbeitswelten, in den sozialen Rekonfigurationen durch digitale Medientechnologien und den sich verändernden Zusammensetzungen von Bevölkerungen und wie diese kulturell, symbolisch und praktisch verhandelt werden.
(2) Modi des Regierens, Modi des Migrierens
Migrationspolitik ist Bevölkerungspolitik über Grenzen hinweg. Die Untersuchung dieser Modi des Regierens gehen oftmals über den konzeptuellen Rahmen des Nationalen hinaus. Wir analysieren prozessual, was Migration antreibt, wie sie regiert wird, und wie sich dadurch Migrations- und Grenzregime konstituieren. Wir untersuchen dies in den kulturellen, politischen sowie infrastrukturellen Regierungsweisen von Flucht und Migration.
(3) Migration als Konfliktfeld
Warum ist Migration gesellschaftlich so umstritten? Welche sozialen Repräsentationsweisen und kulturellen Figurationen von Migration existieren? Wie wird Migration gewusst und klassifiziert? Wir untersuchen Migration als Konfliktfeld, hierzulande und anderswo, das im Zentrum von sozialen, politischen und kulturellen Auseinandersetzungen steht. Dabei spielen Veränderungen von Rassismus, Repräsentationswiesen ebenso wie von kulturellen Lebensstile und Praktiken eine prominente Rolle.
Gemeinsam ist diesen drei Forschungsfeldern das Ziel, zum Verständnis der Transformation unserer heutigen globalen Welt aus der Perspektive der Migration beizutragen. Wir arbeiten in interdisziplinären und internationalen Zusammenhängen der Migrationsforschung und kooperieren transdisziplinär mit gesellschaftspolitischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Akteuren. Zu diesem Zweck erarbeiten wir kontinuierlich neue Formate der Wissenschaftskommunikation und -vermittlung.
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